28. Februar 2025
Jeff Hagelen (WEMO): „Auf der Suche nach höherer Produktivität setzen Unternehmen auf unsere Automatisierungslösungen“
Zusammenarbeit ist der Schlüssel zu allem, sagt Jeff Hagelen von WEMO. Sein Unternehmen besteht seit sechzig Jahren und wächst weiter. Indien und die Vereinigten Staaten sind Wachstumsregionen für diesen Hersteller automatisierter Produktionslinien für das Stanzen, Biegen und Verbinden von Blech- und Spulenmaterial. Aber auch näher an der Heimat, in Deutschland und den Benelux-Staaten, wächst der Markt – selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Der Grund? Erfahrung. „Wir haben uns schon immer als Teil des Produktionsprozesses unserer Kunden verstanden.“
“Allein kommt man schneller voran, gemeinsam kommt man weiter,” sagt Jeff Hagelen. Der CEO von WEMO ist kürzlich in den Vorstand des europäischen Branchenverbands für Produktionstechnologie Cecimo eingetreten – ein klares Zeichen für seinen festen Glauben an Zusammenarbeit. „Gemeinschaftlichkeit sorgt für stärkeren Zusammenhalt. Manchmal muss man Kompromisse eingehen, aber ohne Verbundenheit kann man nicht überleben.“
WEMO entwickelt, baut und wartet maßgeschneiderte Produktionslinien für die vollautomatische Verarbeitung von Blech. Das Familienunternehmen besteht seit sechzig Jahren und hat sich zu einem globalen Akteur im Bereich Stanzen, Biegen und Verbinden von Blech- und Spulenmaterial zu (halb-)fertigen Produkten entwickelt. Das Unternehmen bietet standardisierte Module, die Flexibilität bieten und Kosteneinsparungen ermöglichen – kombiniert mit einer Vielzahl an Anpassungsmöglichkeiten.
Hagelen sieht an vielen Orten Wachstum. Er reist regelmäßig nach Indien oder in die Vereinigten Staaten, um diese Wachstumsmärkte weiter zu erschließen. „In diesen Märkten besteht ein hoher Bedarf an unseren Lösungen. In Indien zum Beispiel gibt es zwar genug Menschen, aber es fehlt an qualifizierten Arbeitskräften, die die erforderlichen Tätigkeiten ausführen können. Deshalb sucht man dort nach Automatisierungslösungen. Und in den USA helfen wir, die Produktivität zu steigern – genau wie in Deutschland und den Benelux-Ländern. Unternehmen, die nach höherer Produktivität streben, suchen gezielt nach den Automatisierungslösungen, die wir bieten.“
Kernkompetenz
Was macht den Erfolg von WEMO aus? Hagelen: „Sechzig Jahre Erfahrung. Wir waren schon immer ein Spezialunternehmen. Das Wesen unseres Geschäfts war stets, dass wir die Anforderungen unserer Kunden auch zu unseren eigenen gemacht haben. Wir haben uns immer als Teil des Produktionsprozesses unserer Kunden verstanden. Einer unserer Kunden stellt beispielsweise Schaltschränke her – Tausende pro Tag. Das lässt sich nicht mit einer herkömmlichen Abkantpresse bewältigen. Letztendlich sind wir der Kern des Produktionsprozesses dieses Unternehmens. Unsere Qualität muss also die beste sein. Ein Stillstand seiner Produktionslinie würde ihn Hunderttausende an Umsatz kosten – wir können es uns schlicht nicht leisten, uns mit weniger als höchster Qualität zufriedenzugeben. Dieser Kunde verspricht seinen Abnehmern, innerhalb von 48 Stunden einen maßgeschneiderten Schaltschrank zu liefern. Da geht es nicht nur darum, ob wir eine gute Produktionslinie liefern können – es geht um den gesamten Prozess. Und diese Verantwortung übernehmen wir.“
Bewusst gewählte Nische
Laut Hagelen steht der Prozess im Mittelpunkt. WEMO agiert in einem Nischenmarkt. Die Welt des Stanzens, Biegens und Verbindens von Blech- und Spulenmaterial ist wie eine Pyramide aufgebaut. An der Basis stehen Abkantpressen, die manuell bedient werden müssen. Die mittlere Ebene umfasst eigenständige Panelbender – ein Fortschritt in Richtung Automatisierung. Panelbender sind flexibel und stellen einen evolutionären Schritt dar, haben jedoch eine begrenzte Produktionskapazität. WEMO gehört zu den wenigen Herstellern, die über dieses Niveau hinausgehen und die Produktivitätsgrenze eigenständiger Panelbender durchbrechen. Es ist eine kleine, aber stabile Nische, die für Unternehmen, die nicht über eigenständige Lösungen hinauskommen, unzugänglich bleibt.
“Wir haben uns bewusst entschieden, die Fabrik der Zukunft im Bereich Stanz- und Biegelinien zu automatisieren,” sagt er. ‘Automating The Factory of the Future’, wie er es nach außen kommuniziert. Hagelen erklärt: „Wir übernehmen zunehmend Gesamtprojekte – von dem Moment an, in dem das Blechmaterial in die Fabrik gelangt, bis zu dem Moment, in dem es beispielsweise beschichtet oder transportiert werden muss. Das bedeutet, dass wir auch den logistischen Part mit AGVs und Robotern lösen. Aber wir gehen noch weiter – es geht nicht nur um die Automatisierung einer Produktionslinie. Dadurch werden wir zu einem strategischen Partner auf Augenhöhe, der nicht nur eine automatisierte Maschine entwickelt, sondern auch ein komplettes schlüsselfertiges Projekt liefern kann.“
Falls nötig, geschieht dies in Zusammenarbeit mit Dritten, fügt Hagelen hinzu. „Wir können hundert Prozent eines Projekts selbst realisieren. Aber manchmal ist ein anderer Anbieter beispielsweise besser in der Integration eines Lasersystems. Wenn das für unseren Kunden die bessere Lösung ist, dann ist die Entscheidung für uns einfach. Wir liefern eine maßgeschneiderte Lösung. Und wir entwickeln dafür neue mechanische und mechatronische Lösungen. Solange unser Kunde eine vollständige schlüsselfertige Lösung erhält.“